Aktionismus ist auch keine Lösung – Glasfaserausbau in der Gemeinde Kisdorf

21. Februar 2017 | Von | Kategorie: Allgemeine Themen, Kisdorfer TOP Themen, Verkehr

Da geht mir als Wohlder  mal etwas ganz heftig auf den Keks!

Mal zu den Fakten: Kisdorf braucht, wie jede andere Gemeinde auch, schnelles Internet. Und schnelles Internet bedeutet, dass eine Glasfaserleitung in jedes Haus verlegt wird, sofern der Eigentümer das möchte. Übertragungsraten von mehreren  Megabit/s sind auch mit Kupfer-Koaxialleitungen möglich, wie es sie in Kisdorf schon zu großen Teilen gibt, aber diese sind stark lastabhängig, will heißen: wenn abends viele Bürger surfen und Internet-TV schauen, dann reicht‘s einfach nicht mehr. Die physikalischen Grenzen sind erreicht. Mit Glasfaserleitungen bis in’s Haus (ftth: fibre to the home) sind theoretische Datenraten im mehrstelligen Gigabit-Bereich pro Sekunde möglich.

Die intensiven Bemühungen unseres Bürgermeisters  haben ergeben, dass nur eine einzige Firma bereit ist, Kisdorf mit Glasfaser zu versorgen. Und das auch nur, wenn zwei Einschränkungen akzeptiert werden: Vorerst bleibt der Wohld und auch die Splittersiedlung Ulzburger Straße, Ecke Hamburger Straße ohne Verkabelung. Die langen Strecken sind (auch solidarisch) nicht finanzierbar.

Diskutiert wurde auf politischer Ebene darüber, ob man das umsetzen soll. Würde man das nicht so akzeptieren, würde auch Kisdorf nichts bekommen. Das wäre auch für unsere Schule eine bittere Pille. Zur Zeit ist es nahezu unmöglich, internetgestützten Unterricht zu gestalten. Die Schule ist zwar gut ausgestattet, es fehlt jedoch die nötige Bandbreite für die Schule. Es einigten sich das Amt Kisdorf, die Fa. Deutsche Glasfaser und unser Bürgermeister darauf, dass ein Zusatzvertrag zum Hauptvertrag geschlossen werden soll. Hierin verpflichtet sich die Deutsche Glasfaser verbindlich, sobald die Finanzierung für die lange Versorgungsleitung gesichert ist, den Wohld ebenfalls zu versorgen.

Mehrfach, zuletzt auf unserer Klausurtagung am 11. Februar, haben wir von der WKB darüber diskutiert, wie man es möglichst allen, auch den Wohldern, recht machen könne. Es gibt da schlichtweg keinen besseren Weg, als das Vertragswerk so auf den Weg zu bringen. Damit sichern wir letztendlich allen Kisdorfern die Möglichkeit, schnelles Internet zu bekommen, den Wohldern nur später.

Und nun zu dem, was völlig daneben ist: Der stellvertretende Ortsvorsitzende Dr. Seeger (FDP) macht hier mit blindem Aktionismus Stimmung gegen die Vertragsabschlüsse. Schon im zuständigen Ausschuss für Verkehr und Umwelt wurde von ihm versucht, den Fortgang zu verzögern. Auch ein Antrag von ihm auf ein rechtlich nicht zulässiges Verfahren wurde von allen anderen Ausschussmitgliedern abgelehnt. Den Wohlder  Bürgern wird vorgegaukelt, dass die FDP sich für sie einsetzen würde, genau das Gegenteil ist der Fall! Würde die Verhinderungspolitik der FDP greifen, hätte weder der Wohld, noch Kisdorf die Chance auf Glasfaser. Bis heute gibt es keinen realistischen Plan der FDP, der besser ist. Motto scheint hier zu sein: „Wir sind dagegen und damit sind wir für die Wohlder“. Wer  sich sachlich richtig informiert, der wird feststellen, dass die FDP mit dieser konzept- und intelligenzlosen Politik dem Wohl der Wohlder und den Kisdorfern schadet, zudem auch der Schule Kisdorf, den Schülern und dem Standort „Schule Kisdorf“.

Für weitere, parteiübergreifende Informationen empfehle ich die Gemeindevertretersitzung am 2. März um 20 Uhr im Margarethenhoff. Dort steht ein Mitarbeiter des Amtes für Fragen interessierter Bürger Rede und Antwort.

Ihr/Euer Michael Kracht

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