Flüchtlingshilfe in Kisdorf

21. Januar 2017 | Von | Kategorie: Allgemeine Themen, Kisdorf News

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Liebe Kisdorferinnen, liebe Kisdorfer!

Der Zustrom der Asylsuchenden in Deutschland hatte 2015 seinen Höhepunkt und hat die Menschen und damit auch die Politik sehr bewegt. Entgegen den Voraussagen, es würde in 2016 eine noch größere Zahl an Flüchtenden  Schutz in Deutschland suchen, hat sich nicht bestätigt. Die Zuwächse sind aus unterschiedlichen Gründen sogar zurückgegangen.

Analog dazu ging auch die Zahl der Neuzugänge der vom Kreis Segeberg zugewiesenen Asylsuchenden zurück. Aktuell wohnen ca. 10 Flüchtlingsfamilien in Kisdorf. Sie kommen aus Afghanistan, Irak, Syrien und Armenien, wobei die Syrer den größten Teil ausmachen. Sie sind dezentral untergebracht und das ist ein großer Vorteil gegenüber einer zentralen Unterbringung in z.B. einer Turnhalle. Sie leben in vom Amt angemieteten Wohnungen und Häusern, teilweise recht beengt und unter der Bedingung, dass sie sich mit zwei Familien Bad und Küche teilen.

Die im Kreis Segeberg ankommenden Flüchtlinge werden auf die einzelnen Amtsbezirke verteilt. Wir haben hier das Glück, dass wir viele Familien mit Kindern bekommen haben. Zudem sind z.Z. fast alle Flüchtlinge aus Ländern zu uns gekommen, die nach derzeitiger Gesetzeslage ein Anrecht auf Schutz und Asyl bei uns haben. Das ist dann auch eine nachhaltige Grundlage für die ca. 35 ehrenamtlichen Helfer, die diese Menschen auf dem Weg zur Integration unterstützen.

Diese 35 ehrenamtlichen Helfer haben sich zumeist schon in 2015 gefunden, 2016 kamen noch viele hinzu. Das Spektrum der Hilfen ist sehr vielfältig. Da werden Wohnungen hergerichtet, Spenden für das Inventar gesammelt und Transporte gemacht. Besonders die Begleitung bei Behördengängen und beim Arztbesuch ist sehr wichtig, denn anfangs spricht kein Flüchtling deutsch und so ist diese Unterstützung extrem wichtig.

Die Grundlage jeder Integration ist das Erlernen der deutschen Sprache. Solange die erwachsenen Asylsuchenden keine Anerkennung durch die deutschen Behörden haben, können sie an Deutschkursen, die das BAMF anordnet, nicht teilnehmen. Die Zeit bis zur Anerkennung hat sich stark verlängert, sie kann im Einzelfall deutlich über einem Jahr liegen. Das liegt daran, dass jetzt genauer geprüft wird, aber auch, weil die Gesetzeslage und Durchführungsbestimmungen sich immer wieder ändern.

Ausgezeichnet ist auch das Engagement der zurzeit 8 Helfer im Bereich Deutschunterricht, der für alle erwachsenen Flüchtlinge und teilweise auch für Kinder durchgeführt wird. Das Angebot umfasst zwei Stunden an jeweils drei Tagen pro Woche und wird gerne angenommen. Doch auch nach der Anerkennung, wenn die offiziellen, vom BAMF verpflichtenden Kurse stattfinden, hört die Hilfe durch die Ehrenamtlichen nicht auf, sie bieten weiterhin Unterstützung und Nachhilfe für Kinder an.

Nach der amtlichen Anerkennung ändert sich einiges für die Flüchtlinge. Sie fallen z.B. aus der Zuständigkeit des Amtes Kisdorf heraus. Das bedeutet auch, dass sie selbst eine Wohnung auf dem freien Markt suchen und mieten müssen. Diese darf, je nach Größe der Familie, einen gewissen Mietzins nicht übersteigen. Solche Wohnungen gibt es aber kaum und so sind sie gezwungen, in der vom Amt zugewiesenen Wohnung zu bleiben. Das ist für beide Seiten ein großes Problem.

Meine persönlichen Erfahrungen mit den Geflüchteten sind die, dass sie gerne Hilfe annehmen, ohne zu fordern. Sie sind sehr gastfreundlich und man kommt nicht drum herum, einen Tee zu trinken zu dem Gebäck gereicht wird. Und auch die Sprachbarriere ist inzwischen kein Hindernis mehr, sie verstehen sehr viel und können sich auch gut verständlich machen. Ohne Ausnahme sind die bei uns lebenden Geflüchteten sehr nette und dankbare Mitmenschen.

Machen Sie sich doch gern ein eigenes Bild, das Amt Kisdorf lädt im Namen der Kisdorfer Flüchtlingshelfer zu einer Informationsveranstaltung ein. Sie findet am Mittwoch, den 22. Februar um 19:30 Uhr im Margarethenhoff statt.

Ihr Michael Kracht

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